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Kontaktdaten:
Fachhochschule Kufstein Tirol Bildungs GmbH
Prof. (FH) Dr. Dr. Mario Situm, MBA
Andreas Hofer-Straße 7
6330 Kufstein
Tel.:    +43/5372/718 19 - 147
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mail: mario.situm@fh-kufstein.ac.at
web: www.dr-situm.com

 

Hinweis:
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechterspezifische Unterscheidung, z. B. Mitarbeiter/Innen, verzichtet. Dementsprechende Formulierungen gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.

DIE FRÜHERKENNUNGSKRAFT VON TRENDVARIABLEN AUS JAHRESABSCHLUSSZAHLEN FÜR DIE FRÜHERKENNUNG VON UNTERNEHMENSKRISEN UND INSOLVENZEN
     
In den meisten Arbeiten der Krisen- und Insolvenzforschung werden Jahresabschlusszahlen als Basis für die Entwicklung von Früherkennungssystemen verwendet. Der Einsatz von Trends als auch Kennzahlenveränderungen wurde zwar untersucht, jedoch relativ gesehen zu Jahresabschlusszahlen in einer eher untergeordneten Größenordnung. Im Zuge des Projektes wurden Kennzahlenveränderungen (d. h. Differenzen von Jahresabschlusszahlen aus zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen) analysiert, um deren Prognosefähigkeit und Eignung als Frühwarnindikatoren in Frühwarnsystemen zu bewerten.
   

ABSTRACT:

Ausgangslage: In den meisten Arbeiten der Krisen- und Insolvenzforschung werden Jahresabschlusszahlen als Basis für die Entwicklung von Früherkennungssystemen verwendet. Der Einsatz von Trends als auch Kennzahlenveränderungen wurde zwar untersucht, jedoch relativ gesehen zu Jahresabschlusszahlen in einer eher untergeordneten Größenordnung. 

Ziel: Im Zuge des Projektes wurden Kennzahlenveränderungen (d. h. Differenzen von Jahresabschlusszahlen aus zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen) analysiert, um deren Prognosefähigkeit und Eignung als Frühwarnindikatoren in Frühwarnsystemen zu bewerten.

Methode/Ansatz: Auf Basis von Jahresabschlüssen österreichischer Unternehmen wurden ausgewählte Kennzahlen und Kennzahlenveränderungen berechnet und deren Trennfähigkeit mit statistischen Methoden ermittelt (t-Test, Levene-Test, U-Test). Anschließend wurden Früherkennungssystemen basierend auf der multivariaten linearen Diskriminanzanalyse berechnet, um den Mehrwert von Kennzahlenveränderungen bei Früherkennungssystemen bewerten zu können.

Ergebnisse: Die entwickelten Früherkennungssysteme zeigten durchaus gute Ergebnisse in der Trennung zwischen solventen und insolventen Unternehmen. Eine Verbesserung der Leistungsfähigkeit konnte jedoch durch Einbezug der berechneten Kennzahlenveränderungen nicht erreicht werden, sodass deren potenzielle Früherkennungskraft in Frage gestellt werden muss. Ungeachtet dessen zeigt sich jedoch auch in dieser Studie, dass Jahresabschlusszahlen eine bestimmte Früherkennungskraft haben und daher für die Entwicklung von Frühwarnsystemen ihre Berechtigung besitzen.

Implikationen: Der Informationsgehalt von Kennzahlenveränderungen und deren Vorzeichen (positiv oder negativ) scheinen nicht ausreichend zu sein, um den wirtschaftlichen Zustand eines Unternehmens beschreiben zu können. Eine Veränderung mag zwar ein Indikator für eine bestimmte Entwicklung sein, jedoch hängt die Veränderung auch davon ab, von welcher Basis aus die Veränderung passiert. Dieser Aspekt konnte jedoch bei der Bildung der definierten Kennzahlenveränderung nicht berücksichtigt werden.

Weiterführende Studien: Auch wenn im Rahmen dieser Studie der ausgewählte Trendindikator nur eine schwache Früherkennung von Unternehmenskrisen ermöglicht, ist es aus wissenschaftlicher Sicht interessant weitere Trends und Kennzahlenveränderungen (mit anderen Berechnungsmethoden) zu analysieren, welche möglicherweise eine bessere Prognosekraft besitzen.
  
Publiziert in:
Situm, M. (2014). The relevance of trend variables for the prediction of crises and insolvencies, Global Business Conference 2014 Proceedings, 394–401.

Die auf der Global Business Conference 2014 vorgestellte Präsentation finden Sie hier!

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