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Kontaktdaten:
Fachhochschule Kufstein Tirol Bildungs GmbH
Prof. (FH) Dr. Dr. Mario Situm, MBA
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6330 Kufstein
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web: www.dr-situm.com

 

Hinweis:
Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird auf eine geschlechterspezifische Unterscheidung, z. B. Mitarbeiter/Innen, verzichtet. Dementsprechende Formulierungen gelten im Sinne der Gleichbehandlung für beide Geschlechter.

ERHOLUNG AUS DER KRISE UND INSOLVENZ: EINE VERGLEICHENDE ANALYSE BASIEREND AUF JAHRESABSCHLUSSZAHLEN 

Für das Verständnis hinsichtlich der Entwicklung von Krisen werden sehr häufig insolvente mit gesunden Unternehmen verglichen. Gemäß aktuellen Forschungsstand ist klar, dass diese beiden dichotomischen Zustände nicht ausreichend sind, um die echte finanzielle und wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens beschreiben zu können. Es sind in der Literatur in Relation zu den vielen Studien der Insolvenz- und Krisenfrüherkennung nur wenige Arbeiten zu finden, welche andere wirtschaftliche Zustände von Unternehmen untersucht haben.

ABSTRACT:

Ausgangslage: Für das Verständnis hinsichtlich der Entwicklung von Krisen werden sehr häufig insolvente mit gesunden Unternehmen verglichen. Gemäß aktuellen Forschungsstand ist klar, dass diese beiden dichotomischen Zustände nicht ausreichend sind, um die echte finanzielle und wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens beschreiben zu können. Es sind in der Literatur in Relation zu den vielen Studien der Insolvenz- und Krisenfrüherkennung nur wenige Arbeiten zu finden, welche andere wirtschaftliche Zustände von Unternehmen untersucht haben.

Ziel: Anhand der vorliegenden Studie wurde untersucht wie ähnlich sich insolvente Unternehmen und Unternehmen im „distress“ verhalten und anhand welcher Merkmale sich diese für den Zeitraum von zwei Jahren vor Insolvenz unterscheiden. Daraus abgeleitet galt es festzustellen, was die wesentlichen Faktoren für einen erfolgreichen Turnaround sind.

Methode/Ansatz: Ausgehend von Jahresabschlusszahlen österreichischer Unternehmen wurden Unternehmen im „distress“ identifiziert, welche einen Turnaround geschafft haben, und deren Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu insolventen Unternehmen für einen Zeitraum von zwei Jahren vor Insolvenzzeitpunkt untersucht. Für die Ermittlung der Unterschiede wurden neben deskriptiven Statistiken, Tests zur Ermittlung von Unterschieden (U-Test, KS-Test) zwischen den beiden Unternehmensgruppen eingesetzt. Ausgehend von den Ergebnissen wurden dann anhand der logistischen Regression und der linearen Diskriminanzanalyse Modelle entwickelt, um die wesentlichen Treiber für einen erfolgreichen Turnaround erkennen zu können.

Ergebnisse: Eine klare Trennung zwischen insolventen Unternehmen und Unternehmen, welche den Turnaround geschafft haben, ist von Jahresabschlusszahlen und den entwickelten Modellen nicht möglich. Es scheint so, als ob beide Unternehmensgruppen bestimmte Gemeinsamkeiten besitzen, welche die Trennfähigkeit zwischen diesen einschränken.

Implikationen: Ein erfolgreicher Turnaround baut auf drei Eckpfeilern auf: 1.) Verbesserung des Rohertrages durch ein professionelles Einkaufsmanagement, 2.) Senkung von Kosten zur Erhöhung der Profitabilität und zur Erwirtschaftung von Gewinnen, was auch gleichzeitig eine Verbesserung der Zinsdeckung bewirkt und 3.) eine straffes Working Capital Management, welches eine Optimierung des Lagermanagements als auch des Debitorenmanagements inkludiert. Diese Faktoren sollten Interim Manager in Kombination umsetzen, um die Wahrscheinlichkeit für einen erfolgreichen Turnaround erhöhen zu können.

Weiterführende Studien: Zum besseren Verständnis der Evolution von Krisen ist es erforderlich, weiterer Einteilungen von Unternehmen in wirtschaftliche Zustände vorzunehmen und die Unterschiede als auch Gemeinsamkeiten auszuarbeiten.

  
Publiziert in:
Situm, M. (2015). Recovery from distress and insolvency: A comparative analysis using accounting ratios: Proceedings of the 6th Global Conference on Managing in Recovering Markets, GCMRM 2015, 589–606.

Den Download des Artikels finden Sie hier!

Die auf der Global Conference on Managing in Recovering Markets 2015 vorgestellte Präsentation finden Sie hier!

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